Kürzlich hat es mich mal wieder in de Biergarten der Max Emanuel Brauerei verschlagen. Irgendwas hat mich schon beim ausmachen daran gestört, aber da es für zwei Drittel der Verabredenden der naheliegendste Biergarten war, ließ ich mich breitschlagen. Es war einer der ersten richtig heißen Freitagabende dieses Sommers und da es die Münchener ja ohnehin bekanntlich beim ersten Sonnenstrahl raustreibt, war an diesem Abend die Hölle los. Als findiger sehr-ungern-Steher habe ich aber trotzdem relativ bald einen Platz organisieren können, und zwar, in dem ich den Kellner beim Wischen eines Tisches fragte, ob derselbe bald frei wird, was er zwar verneinte, mir aber dafür einen anderen Tisch zuwies. So unfreundlich wie er fragte, wie viele Personen ihm denn vermeintlichen Umsatz bringen würde, hatte ich sofort Angst, dass er mich schimpfen würde, wenn weniger als die genannten 6 Personen konsumierend meinen Tisch bevölkern würden, aber da hatte ich schon geantwortet und war froh einen Platz zu haben.
Wenige Augenblicke später kam ein Mann mit einer Maß in der Hand vorbei und fragte ob bei mir noch Platz sei, was ich verneinte, da ich ja tatsächlich noch auf meine Freunde wartete. Meine Antwort wäre aber gar nicht nötig gewesen, denn sofort klingte sich der Kellner ein und meinte: “mit selbstgekauften Bier darfst du dich hier sowieso nicht hinsetzen”. Der überraschte Gast wies darauf hin, dass er das Bier gerade erst an der Schenke des Biergartens geholt hatte, wie es ja in den meisten großen Münchener Biergärten üblich ist. Da es in der Max Emanuel Brauerei aber bediente und unbediente Bereiche gibt, muss man schwer aufpassen, dass man auch ja nur bei dem zuständigen Kellern ordert. Nach und nach kamen meine Freunde und wir aßen und tranken fleißig, und schliesslich kamen die letzten beiden, sie setzte sich zu uns und meinte er sei schon mal Bier holen… da ahnte ich schon, dass der Ärger mit dem Kellner quasi vorprogrammiert war.
Der Kellner kam, fragte sie ob sie was trinken wolle, worauf hin sie meinte, sie bekäme schon. Als ich gerade ansetzen wollte noch ein Bier zu bestellen fuhr er mich völlig zusammenhangslos an, dass ich “fei nix mehr zu essen” bekomme, was ich ja auch gar nicht wollte. Als er mir mein Bier brachte fragte der Kellner dann noch mal sehr missmutig, warum meine Bekannte eigentlich schon bekäme und dann gings los: “ihr könnt froh sein, dass ich so nett bin, bei meinen Kollegen würdet ihr sofort rausfliegen, man darf sich in dem Bereich sein Bier nicht selbst holen”, was aber nicht so wirklich klar ausgeschildert wird. Unsere Beteuerungen, dass es nicht noch mal vorkommen würde waren aber nicht ausreichend um ihn zu beschwichtigen. Er ging in die Vollen und belehrte uns, dass das ja sein Umsatz sei, dass er davon leben müsse und sein Chef ihn sonst fragen würde, ob er den ganzen Abend geschlafen hat. Gute Frage, dachten wir uns danach, feststellend, dass er ohne Getränke oder Teller ca. 45 Minuten lang an unserem Tisch vorbei gelaufen war, ohne weitere Bestellungen aufzunehmen oder das schmutzige Geschirr mitzunehmen.
Damit eins klar ist: ich war selbst lange Bedienung und kenne das Umsatzproblem, ist ja auch keine Frage, wenn man weiss, dass man sich kein Bier holen darf. Nur: woher soll man es wissen und ist es wirklich nötig so ein Faß aufzumachen wegen einem Bier? Während der Diskussion hätte er locker zehn Maßen verkaufen können. Als wir zum 25. Mal sagten, dass es uns leid tut und wir jetzt aber auch nichts mehr machen können holte er seinen Kollegen und meinte: “ey, kannst du denen das bitte mal erklären? Die checkens nicht”… Daumen hoch für soviel Service-Orientierung!
Als der Disput endlich ein Ende hatte, fingen wir dann an zusammen zu tragen, was uns in dieser Perle Münchener Gastlichkeit schon alles passiert war, was für eine Menge Gelächter sorgte. Mir fiel wieder ein, dass mir die Kellnerin schon mal statt einem frischen Teller mit Sparribs einen Teller mit abgenagten Sparribs brachte und dann kam der Spitzenreiter: ziemlich genau vor einem Jahr mussten wir wegen der Biergartensperrstunde nach einem sehr konsumreichen Abend mit großer Runde nach drinnen umziehen. Als nach einer halben Stunde die Freundin, die noch mal kurz auf die Toilette gewollt hatte, nicht wieder zu uns gestoßen war, kamen wir auf die Idee sie zu suchen und fanden sie orginal verzweifelt von innen an die verschlossene Tür der Biergartentoiletten trommelnd – da hatte wollte jemand beim letzte Check-Rundgang nicht so genau geschaut… drei Mal darf man raten, ob sie zur Entschädigung auch nur ein Bier aufs Haus bekommen hat!
Fazit: mittlere Qualität des Essens, hohe Preise und absolut indiskutable Dienstleistungmentalität. Ich werde künftig lieber wieder bis zum chinesischen Turm oder Seehaus laufen, wenn es unbedingt Biergarten in Schwabing sein soll!
Da schlagen in meiner Brust zwei Herzen. Aber aus meiner Erfahrung sie die Kellner in der Maxle zwar überfodert aber doch immer sehr nett.
Als alternative in der Maxvorstadt finde ich vor allem das Parkcafe super oder auch den Augustiner Keller, denn bevor ich ins Seehaus nach Schwabing geh….
Nene, da bleib ich dann doch lieber in meiner Maxvorstadt.
Max Mux
Wow, das sind ja wirklich haarsträubende Geschichten, die Du da erzählst,
Ich hatte vor Kurzem mal erwägt, den Biergarten aus zu probieren, aber wie es aussieht, sollte man ihn, gerade an wärmeren Tagen wohl eher meiden. Kellner, die ihre schlechte Laune an den Gästen auslassen, sind wirklich absolut indiskutabel. Furchtbar, wie kleinkariert man wegen einem Bier sein kann.
Aber hoffen wir erstmal, dass es dieses Jahr nochmal Biergartenwetter gibt
Habe auch ähnliche Erfahrungen gemacht und hatte eine Bedienung die beim Essen bestellen so was von unhöflich war. Deswegen habe ich den Laden jetzt mal gegooglt und möchte davor auch abraten. Schade drum eigentlich schön gelegen und nett gemacht, aber in meinen Augen ist eine nette und freundliche Bedienung das a und o. Tja evt wirds ja irgendwann besser, wenn sich genug Leute beschweren, ich hab denen zumindest meine Meinung gesagt.
Emanuelbrauerei! Immer die Emanuelbrauerei. Ist doch total gemütlich dort. Schade, dass du keine so guten Erfahrungen gemacht hast.
Emanuelbrauerei kann ich auch nur wärmsten empfehlen. Gerade jetzt, wenn das Wetter wieder besser wird.
Wie ich mich schon freu *grins*