Seit 01.08.2010 gilt in Bayern das von vielen herbei gesehnte, von anderen vehement bekämpfte absolute Rauchverbot, und zwar in allen Innenräumen von Gaststätten ohne Ausnahme. Das kann man nun gut oder schlecht finden. Eigentlich war in den letzten 2,5 Jahren ein sehr diffuses Rauchergesetz am Walten, meines Erachtens nach hätte es aber gern so bleiben können.
Wollte man nicht rauchen gab es mehr als genug rauchfreie Etablisments, wollte man rauchen gab es eine nicht unbeachtliche Zahl von Raucherclubs. Die meisten Speiselokale schützen ihre speisenden Gäste vor Qualm, manche wenige räumten nach Küchenschluss die Aschenbecher auf die Tische. Fast ausnahmslos Raucherkneipen waren die kleinen Eckpubs geblieben, in denen, sein wir ehrlich, sich die allerwenigsten der militanten Nichtraucher im Gefolge Sebastian Frankenbergers, wirklich aufhalten wollen – aber es geht ja schliesslich ums PRINZIP.
Und da die Nichtraucher ja die sind die geschützt werden müssen, haben diese auch grundsätzlich und prinzipiell das Recht darauf zu bestehen, dass nirgends mehr geraucht wird, ob es ein Ort ist, an dem man tatsächlich sein will oder nicht. Kurze Zusammenfassung: es war für jeden was dabei, Raucher wie Nichtraucher hatten die freie Wahl. Da mag man nun argumentieren, “ja aber wenn ich doch unbedingt in die Schoppenstube gehen will, da aber geraucht wird, dann ist meine Wahl nicht mehr frei”… stimmt und irgendwie auch wieder nicht. Wenn ich unbedingt auf einen Rave gehen will, mir aber nicht passt, dass die Musik über 85 dB laut ist, dann ist es also quasi auch nicht meine freie Wahl, aber kann ich deshalb erwarten, dass zum Schutz meiner Ohren die Musik leise gedreht wird? Da stellt sich die Frage, ob man bestimmte Anlässe mit All dem nehmen muss, was halt dazu gehört, z.B. das Italienerwochenende auf der Wiesn MIT betrunkenen Italienern obwohl es ohne vielleicht unstressiger wäre, Dönerbuden mit Knoblauchfahne und ausgewählte Szeneclubs eben mit Rauch.
Mindestens ein Gutes hat das absolute Rauchverbot aber, und damit meine ich nicht, dass man endlich seine Klamotten vom Abend noch mal anziehen kann (denn wer bitte ist so eklig seine Ausgeh-Kleidung ungewaschen wieder zu verwenden, Rauch hin oder her… dennoch ein beliebtes Argument unter den Militanten): Ganz recht, man raucht einfach viel, viel weniger. Und letztlich stimmt es ja, dass es in anderen Ländern auch klappt mit dem vor die Tür gehen, warum dann nicht bei uns? Doch dass der Nichtraucherschutz in anderen europäischen Ländern aber so einfach durchsetzbar war liegt auch viel an der Toleranz der Anwohner. Und da darf man im schönen, spießigen Bayern mal sehr gespannt sein, welche Debatte als nächstes ansteht…
Als Zielsetzung des Rauchverbots war der Schutz der Gesundheit der Nichtraucher vorgesehen und solch eine Maßnahmen kann ich nur begrüßen. Die Raucher merken manchmal nicht, wieviel Schäden sie ihrer Umwelt zumuten. Im Rahmen der Nichtrauchgesetze wurden vor nicht allzu langer Zeit, als Überlegungen zu ersten Maßnahmen gegen die Raucher unternommen worden, Raucherkabinen eingesetzt. Der eine oder andere Raucher hatte wahrscheinlich die Erfahrung damit gemacht. Kabinen an öffentlichen Plätzen, die wie Telefonaussehen aussehen wurden errichtet, wo man hindurch gucken konnte. Die Raucher fühlten sich stigmatisiert und nicht wenige davon ließen die Glimmstängel hinterher auch weg. Die Kneipenbesitzer beklagen ständig über fallende Umsätze. Aber ein wirtschaftliches Plus kommt dem Krankensystem zugute. Das Rauchverbot sollte mit dem Ziel verfolgt werden, weniger Pflegefälle in Deutschland zu produzieren. Schon schlimm genug, dass die Alten immer älter und in ihrer Zahl immer zunehmen. Die durchschnittlichen Pflegekosten lassen sich durch die demographische Entwicklung kaum decken. Vielmehr ist Eigeninitiative bei den Sozialleistungen gefragt, vgl. auch http://www.flexbrain.de/private-pflegeversicherung-eine-moderne-notwendigkeit-unsere-ueberalternden-gesellschaft .